High Fantasy

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High Fantasy

Beitrag  Kahlan am Do März 18, 2010 1:23 am

High Fantasy (auch epische Fantasy genannt) ist die bekannteste Ausformung des Fantasy-Genres.

Der Roman Der Herr der Ringe von J. R. R. Tolkien nimmt eine Schlüsselstellung innerhalb der High Fantasy ein, da er das prägende Werk des Fantasygenres darstellt. Mit dem leicht verspäteten Erfolg des Romans in den 1960ern begannen weitere Autoren, High-Fantasy-Romane zu schreiben und zu entwerfen. Viele ließen sich dabei von Tolkien inspirieren oder griffen direkt auf seine Motive zurück. So sehen sich etwa die Autoren Raymond Feist, Terry Brooks und Tad Williams in der Tradition Tolkiens; andere Autoren und Autorinnen wie Ursula K. Le Guin, Steven Erikson oder George R. R. Martin nutzen hingegen Tolkiens Vorarbeit für eine eigenständige Bearbeitung der klassischen Motive.

Als Vorläufer von Tolkiens Werken können Lewis Carrolls „Alice’s Adventures in Wonderland“ (1865), William Morris’ „The Well at the World’s End“ (1896) und „The Wood beyond the World“ (1894), George MacDonalds „At the Back of the North Wind“ (1871), sowie „The Princess and the Gobblin“ (1872) und T. H. Whites „The Once and Future King“ (1936) angesehen werden. Hier finden sich bereits zahlreiche Motive der Fantasyliteratur, die heute als grundlegend für die High Fantasy gelten.


Merkmale der High Fantasy

Die High Fantasy spielt in der Regel in einer eigenständigen Welt, deren kulturelle und gesellschaftliche Gestaltung meist einem idealisierten europäischen Mittelalter gleicht. Diese Welt wird detailliert mit einer eigenen Flora, Fauna, Geschichte, Religionsgeschichte und im beispielsweise Falle des Herrn der Ringe sogar mit eigenen Sprachen inkl. Sprachgeschichte ausgestattet. Mythologischen Aspekten kommt dabei eine besondere Bedeutung zu; sie sind oft eng mit der eigentlichen Handlung verwoben. Meist stehen sie in einem engen Zusammenhang mit irdischen Sagen und Legenden. Magie ist ein ebenso zentraler Bestandteil der Welt wie fremdartige Wesen, Völker und Monster. Die Handlung folgt meist einem schematischen Aufbau; um eine globale Bedrohung abzuwehren – etwa durch eine finstere Macht –, begeben sich die Protagonisten auf eine Quest, d.h. eine längere Reise, und reifen während dieser zu Helden heran. Diese Erzählform erinnert an die Artus-Epik und die Heldensagen, in denen ebenfalls die Aventiure im Mittelpunkt steht. Moderne High Fantasy löst sich allerdings zusehends von diesen Schablonen und legt oft einen stärkeren Wert auf eine realistische Handlung und auf ambivalente Charaktere.

Im Bereich der Pen-&-Paper-Rollenspiele bezeichnet High Fantasy jene Fantasy-Welten, die bis in den Alltag der Figuren hinein stark von magischen und phantastischen Elementen geprägt sind. Diese Welten zeichnen sich durch eine Vielzahl fiktiver und exotischer Wesen und Länder aus. Historische Epochen oder traditionelle Sagenmotive werden selten direkt übernommen, sondern durch Neuschöpfungen ergänzt. Den Gegensatz hierzu bildet die realistischer gehaltene Low Fantasy.


Bekannte Vertreter

* Terry Brooks
* David Eddings
* Steven Erikson
* Raymond Feist
* Terry Goodkind
* Ursula K. Le Guin
* Robert Jordan
* Guy Gavriel Kay
* George R. R. Martin
* Dennis L. McKiernan
* Patricia A. McKillip
* J. R. R. Tolkien
* R.A. Salvatore
* Tad Williams
* James Barclay
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