Der Troll

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Der Troll

Beitrag  Kahlan am Do März 18, 2010 2:13 am


Troll, auch Trold, Tröll (nord. für Unhold, Riese, Zauberwesen), stammt aus der nordischen Mythologie. Trolle sind (als männliche Gegenstücke zur Fee, Elfe oder Hexe) oft schadenbringende Geisterwesen in Riesen- oder Zwergen-Gestalt.


Norwegen
Troll-Verkehrszeichen bei den Trollstigen
Troll vor dem norwegischen Pavillon auf der Expo 2000 in Hannover

Als holzgeschnitzte Puppen gehören Trolle zum Kunsthandwerk und touristischen Erscheinungsbild Norwegens. Sie sind dort als Souvenirs beliebt. Diese Holzfiguren sind bucklig, vierschrötig und mit einer Hakennase gestaltet, vergleichbar den Hexen. In humorvoller Anspielung auf Norwegens Reichtum aus den Öl- und Gasvorkommen in der Nordsee werden sie gelegentlich auch als Ölscheich-Variante gestaltet. Ein norwegisches Erdölfeld in der Nordsee erhielt den Namen Troll.

Neben der Bergregion Trollheimen wurde auch eine enge Gebirgsstraße bei Åndalsnes in Süd-Norwegen nach ihnen benannt: Trollstigen



Schweden

Auch in der schwedischen Folklore spielen Trolle, allerdings beiderlei Geschlechts, eine große Rolle. Souvenire, die Trolle darstellen sollen, werden aus allen denkbaren Materialien hergestellt: Tannenzapfen, Holz, Steinen, Zweigen, Wolle usw. Sie haben meist eine große Nase, eher an eine Kartoffel erinnernd. Die schwedischen Trolle sind nicht unbedingt Schaden bringend, sondern eher geheimnisvoll und unzuverlässig. Sie leben der Sage nach im Wald. Besonders hat sich der Mythos erhalten, die Trolle würden kleine Kinder stehlen und anstelle des Menschenkindes ihr eigenes Kind ins menschliche Kinderbettchen legen (Wechselbalg). Doch es gibt auch die Geschichte von Herr Mannelig, die von einer Bergtrollin erzählt, die einen Ritter heiraten will. Ferner gelten sie ähnlich wie Feen oder Hexen als Erklärung für sonst unerklärbare Phänomene (das haben die Trolle gemacht). Gern bauen die Skandinavier in ihren Vorgärten den kleinen flinken und hilfreichen Trollen Miniaturhäuser, die den eigenen Wohnhäusern verblüffend ähneln. Selbst Miniaturkirchen für Trolle sind in den Vorgärten aufgestellt.

Ein Dolmen bei Hagestad in Schonen in Südschweden trägt den Namen: Trollasten



Island

Island wurde von Norwegen aus besiedelt - so verwundert es nicht, dass auch die isländische Folklore und Literatur die Trolle kennt. Und die bizarre Vulkanlandschaft ist besonders bei Nebel dazu angetan, Felsformationen als Ungeheuer und Trollvolk erscheinen zu lassen. Viele Geschichten und Mythen ranken sich um die Trolle und nicht selten sind besonders markante Landschaftsbestandteile nach Trollen benannt.

Im Gegensatz zu den restlichen Teilen Skandinaviens haben die Trolle in Island ein positives Image und sind eher mit Elfen und Feen vergleichbar. Es gibt daher auch einen staatlichen "Trollbeauftragten", der sich um die Interessen des "verborgenen Volkes" kümmert.



Dänemark

Ähnlich wie in Norwegen und Schweden ist auch in Dänemark der Troll eine im Souvenirsektor, im Kinderbuch und im Vorgarten beliebte Figur. Der Begriff Trold findet sich auch in geografischen Bezeichnungen wie dem Troldborg Ring bei Vejle. Künstlerisch wurde der Troll auch in mehreren Werken vom dänischen Bildhauer Niels Hansen Jacobsen aufgegriffen.



Literatur
Troll, gezeichnet von Theodor Kittelsen

In der schwedischen Literatur sind die Trolle unter anderem durch die Illustrationen von John Bauer zu den Märchen in der Reihe Bland tomtar och troll unsterblich und außerdem weltberühmt geworden. Eine Auswahl der Märchen auf Deutsch ist unter dem Titel Trolle, Wichtel, Königskinder erschienen.

Henrik Ibsen erwähnt den Troll in seinem Drama Peer Gynt. Auch Knut Hamsun, Trygve Gulbranssen, Bjørnstjerne Bjørnson, Selma Lagerlöf und viele andere Dichter, Schriftsteller und Erzähler ließen sich von der Gestalt des Trolls inspirieren. Weitere Beispiele von Trollen in der Literatur sind

* die grobschlächtig-brutalen Steintrolle in J. R. R. Tolkiens Der kleine Hobbit sowie viele andere Trolle in seinem weiteren literarischen Werk,
* die nun wiederum gutartigen Mumintrolle von Tove Jansson
* und der boshafte Stollentroll, ein Bewohner des fantastischen Kontinents Zamonien bei Walter Moers – eine witzige Variante, die die Vitalität des Troll-Archetyps bis in die neueste Populärliteratur belegt.

Ebenfalls zu erwähnen sind die Troll Minigoll-Trilogie von Henning Boëtius sowie die Handbücher des Übersinnlichen, Band 1 (im Original The Goblin Companion) von Brian Froud und Terry Jones, in denen verschiedenster Trollarten verzeichnet sind.

* Bernhard Hennens Trolle, die in seiner Elfen-Serie vorkommen und dort als 3 bis 4 Schritt hohe, steinfarbene, menschen- und elfenfressende Humanoide beschrieben werden.

Brückentrolle, die in einigen deutschen Märchen und Sagen vorkommen, haben ihren Namen durch ihre Bewachung von Brücken oder Furten erhalten. Wer über den Fluss will, muss an den Troll Zoll entrichten oder ihm zu einer Gefälligkeit dienen.

In den Romanen von der Scheibenwelt von Terry Pratchett sind Trolle eine auf Silizium basierende Spezies, die hauptsächlich hoch in den Bergen lebt.

Christoph Hardebusch schreibt in seinem Roman Die Trolle eine komplette Geschichte über diese Fantasiewesen, die er in Schlacht der Trolle und Zorn der Trolle fortsetzt. Hier werden die Trolle vergleichsweise intelligent dargestellt und weisen in ihrem Verhalten schon annähernd menschliche Züge auf.



Sonstiges

Trolle tauchen in zahlreichen Varianten in vielen kulturellen Produkten auf, die sich mehr oder weniger auf die germanisch-nordische Kultur beziehen. Da sie häufig Bewohner verschiedener Fantasywelten, wie der Scheibenwelt oder Mittelerde, sind, erscheinen sie auch in den Verarbeitungen dieser Welten in Filmen oder Computerspielen.


Quelle: wikipeda.org
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