Das Phantom der Oper

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Das Phantom der Oper

Beitrag  Gast am Do März 18, 2010 3:39 pm

Das Phantom der Oper (engl. Originaltitel The Phantom of the Opera) ist ein 1986 uraufgeführtes Musical in zwei Akten von Sir Andrew Lloyd Webber und Richard Stilgoe, das auf dem Roman Das Phantom der Oper des Franzosen Gaston Leroux von 1911 basiert. Die Liedtexte in englischer Sprache schrieben Charles Hart und Richard Stilgoe sowie ergänzend Mike Batt, die Liedtexte auf Deutsch stammen aus der Feder von Michael Kunze. Die Regie der ursprünglichen Inszenierung übernahm Harold Prince.

Übersicht
Die englischsprachige Erstaufführung des Musicals fand am 9. Oktober 1986 am Her Majesty's Theatre in London statt. Am Broadway in New York läuft das Stück seit dem 26. Januar 1988 im Majestic Theatre und ist seit dem 9. Januar 2006 das mit bis dahin 7486 Aufführungen am längsten am Broadway gespielte Stück. Die Broadwayfassung wurde mit 7 Tony Awards ausgezeichnet, der wichtigsten amerikanischen Auszeichnung für Theateraufführungen.

Die deutschsprachige Erstaufführung wurde in Österreich im Theater an der Wien in Wien am 20. Dezember 1988 gezeigt. In Deutschland wurde das Stück zum ersten Mal am 29. Juni 1990 im eigens dafür erbauten Theater Neue Flora in Hamburg aufgeführt. In der Schweiz lief es am Musical Theater Messe, Basel, am 12. Oktober 1995 zum ersten Mal.

Webbers Musical ist heute eines der weltweit bekanntesten und auch beliebtesten Musicals. Es wurde unter anderem in England, den USA, Österreich, Deutschland, Japan, Korea, Mexiko, Ungarn, Belgien, Dänemark, Spanien, Kanada und den Niederlanden (Het spook van de opera von Seth Gaaikema) erfolgreich aufgeführt.

Einige der bekanntesten Musiktitel sind:

Das Phantom der Oper (The Phantom of the Opera)
Könntest du doch wieder bei mir sein (Wishing You Were Somehow Here Again)
Denk an mich (Think of Me)
Engel der Muse (Angel of Music)
Die Musik der Nacht (The Music of the Night)
Von nun an gibt es kein Zurück (The Point of no return)
Leroux' Roman wurde noch zu weiteren Bühnenfassungen verarbeitet, die aber international weniger bekannt als das Musical von Webber wurden.

Handlung und Inszenierung {In Klammern Titel der Lieder}
Akt I
Paris 1905 (Prolog)
In der Pariser Oper findet eine Auktion statt, bei der Requisiten aus vergangenen Tagen versteigert werden. Zur Versteigerung kommt mit der Losnummer 665 zunächst „eine Spieluhr aus Pappmaché in Form einer Drehorgel. Darauf die Figur eines Äffchens in persischer Tracht, das die Zimbeln schlägt.“. Raoul, 70 Jahre alt, ersteigert dieses Stück, welches man in den Kellergewölben der Oper fand, für 30 Franc. Er sinniert, dass sie (Christine) ihm von genau dieser Figur erzählt hat. Als nächstes wird mit der Losnummer 666 der einst zerbrochene Kronleuchter aus dem Zuschauerraum der Oper aufgerufen. Um die anwesenden Bieter von der Güte der Reparatur zu überzeugen, erstrahlt dieser in hellem Licht und wird unter den pompösen Klängen der Ouverture von der Bühne zur Decke über dem Zuschauerraum hinauf gezogen.

Paris 1861
Proben zur Oper „Hannibal“ von Chalumeau; während der Arie von Carlotta stürzt ein Teil der Kulisse ein. Carlotta weigert sich weiter zu singen. Das Chormädchen Christine wird als Ersatz vorgeschlagen. Sie singt zunächst vor, und während des Liedes wechselt die Szenerie zur Uraufführung {Think of me}. Raoul sitzt in der Loge und ist verblüfft, Christine zu sehen. Nach dem Auftritt geht Christine zur Garderobe und hört die Stimme des Phantoms. Meg Giry ist ihr gefolgt und Christine erzählt ihr, wie sie der Engel der Lieder gelehrt hat zu singen {Angel of Music}. Nach der Vorstellung besucht auch Raoul Christine in ihrer Garderobe und beglückwünscht sie zu ihrem Erfolg. Beide kennen sich noch aus Kindertagen und treffen sich erstmals seit langer Zeit wieder. Raoul, mit dem sie als Kind oft auf dem Dachboden des Elternhauses gespielt hat, erklärt ihr seine Zuneigung {Little Lotte, Einschub in Angel of Music}. Sie wissen nicht, dass sie dabei vom Phantom beobachtet werden, welches sich ebenfalls in Christine und ihre Stimme verliebt hat.

Nachdem Christine wieder alleine in ihrer Garderobe ist, hört sie erneut die Stimme des Engels der Lieder. Wütend vor Eifersucht offenbart der Engel Christine seine wahre Identität als das Phantom der Oper {Schluss Angel of Music, geht nahtlos in The Phantom of the Opera über} und nimmt sie in einem leidenschaftlichen Duett mit hinab in die Kellergewölbe des Opernhauses. Im Versteck des Phantoms angekommen, singt es für Christine von seiner Liebe zur Musik {The Music of the Night; „you alone can make my songs take flight, help me make the music of the night“}, zeigt ihr eine Nachbildung ihrer Selbst - eine Puppe im Brautkleid - worauf sie in Ohnmacht fällt. Christine erwacht wieder und sieht sich um. Sie entdeckt eine Spieluhr aus Pappmaché in Form einer Drehorgel (vgl. Prolog). Das Phantom sitzt an der Orgel und komponiert. Völlig in seine Arbeit vertieft bemerkt es nicht, wie Christine sich an ihn heranschleicht. Christine reißt ihm seine Maske herunter und sieht sein Gesicht, das Publikum sieht es jedoch nicht. Nach einem Ausbruch von wildem Zorn und Trauer {Stranger than you Dreamt it}, den Christine mit einem ersten Hauch von Mitgefühl beantwortet, bringt das Phantom sie zurück in ihre Garderobe.

Der Bühnenmeister Joseph Buquet erzählt den Ballettmädchen Schauergeschichten vom Phantom. Die verängstigten Mädchen lauschen gespannt seiner Beschreibung: Eine Haut wie Pergament und unter den Augen ein schwarzes Loch, wo sonst eine Nase sein sollte. Wenn man dem Phantom begegnet, solle man besser aufpassen und die Hand immer auf Augenhöhe halten, denn sonst fängt er einen mit seinem „Zauberlasso“, ein Punjab-Lasso (eine dünne Schlinge aus Katzendarm, auch „Indisches Lasso“ genannt), ein. Hält man die Hand auf Augenhöhe, umschließt die Schlinge nur den Arm und man kann sich so wieder aus ihr befreien. Das Phantom erscheint mit Christine, die Ballettmädchen fliehen, das Phantom starrt Bouquet an und geht. Giry hat alles beobachtet und rät Bouquet zu schweigen {Magical Lasso}.

Firmin, André, Raoul und Carlotta haben Briefe erhalten, unterzeichnet mit O.G., Opera Ghost. Darin wird gefordert, dass Christine auch weiterhin die Rollen von Carlotta übernehmen soll. Carlotta schäumt vor Wut {Notes}. André und Firmin versuchen Carlotta zu bewegen, zu bleiben {Primadonna}. Die Stimme des Phantoms droht, wenn seine Forderungen nicht erfüllt würden, werde ein Desaster geschehen.

Aufführung „Il Muto“ von Albrizzio; Carlotta singt die Hauptrolle, Christine hat die Rolle des stummen Pagen. Das Phantom ärgert sich, dass seine Weisungen nicht befolgt werden. Unter dem Gelächter des Phantoms bringt Carlotta in der Folge nur noch ein Gequake über die Lippen. André und Firmin beruhigen das Publikum und künden an, dass die Aufführung mit Christine in der Hauptrolle weitergehen wird. Während des vorgezogenen Balletts fällt der erhängte Bouquet von oben herab auf die Bühne. Christine und Raoul fliehen aufs Dach. Christine hat panische Angst vor dem Phantom, Raoul versucht, sie zu beruhigen. Sie gestehen sich ihre Liebe und Raoul verspricht ihr, sie zu beschützen {All I ask of you}. Das Phantom hat die Szene beobachtet und ist außer sich vor Wut („you will curse the day you did not do, all that the Phantom asked of you“). Es erscheint hoch über der Bühne und bringt den Kronleuchter zu Fall, der spektakulär auf die Bühne fällt.

Akt II
sechs Monate später
Maskenball zu Neujahr, André und Firmin freuen sich auf das neue Jahr {Masquerade}. Das Phantom ist natürlich nicht eingeladen, erscheint aber trotzdem stilvoll als Roter Tod verkleidet. Es gibt sich zu erkennen und übergibt den Direktoren seine neuste Komposition, die Oper „Don Juan, der Sieger“.

Raoul stellt Giry. Sie erzählt ihm, dass sie vor Jahren auf dem Jahrmarkt ein Wunderkind, eingesperrt in einem Käfig, gesehen hatte, eingesperrt, weil es ein entstelltes Gesicht hatte. Dann konnte es fliehen. Raoul vermutet, dass dieses Kind nun das Phantom sei, doch Giry meint, sie hätte schon zu viel gesagt.

Wieder stellt das Phantom in Briefen Forderungen an die Direktion, dieses Mal bezüglich seiner Oper Don Juan, der Sieger. So soll Christine die weibliche Hauptrolle der Aminta übernehmen, Carlotta lediglich eine Nebenrolle. Raoul und die Direktoren planen, dem Phantom bei dieser Aufführung eine Falle zu stellen: In der Annahme, dass das Phantom anwesend sein werde, wenn Christine singt, wollen sie es fangen und unschädlich machen {Notes}. Die nun folgenden Proben zur Oper des Phantoms verlaufen chaotisch.

Ängstlich flüchtet Christine auf den Friedhof, zum Grab ihres Vaters, von dem sie sich Trost erhofft und Hilfe, sich von den Kindheitsträumen zu lösen {Wishing you were somehow here again}. Doch auch auf dem Friedhof erscheint erneut das Phantom und versucht, sie wieder in seinen Bann zu ziehen. Doch der plötzlich auftauchende Raoul kann Schlimmeres verhindern. Das Phantom schwört Rache.

Während der Aufführung des letzten Aktes seiner Oper ermordet das Phantom den Hauptdarsteller Ubaldo Piangi, nimmt völlig unerkannt dessen Platz als Don Juan ein und singt das Duett mit Christine {Past the Point of no Return}. Das Phantom nimmt zu der Melodie von “All I ask of you” einen Ring vom Finger und Christine steckt ihn sich an. Der tote Piangi wird entdeckt. Christine demaskiert das Phantom auch für das Publikum sichtbar. In der Oper entsteht ein großes Durcheinander, welches es dem Phantom ermöglicht, zu fliehen und Christine erneut in sein Versteck in den Katakomben der Oper zu entführen. Raoul folgt den beiden mit Hilfe von Giry, doch diese traut sich nicht so tief in die finsteren Keller hinab. Raoul geht alleine weiter und wird vom Phantom gefangen. Dieses stellt Christine nun vor die Wahl: Entweder sie verbringt den Rest ihres Lebens zusammen mit dem Phantom und Raoul wird freigelassen, oder Christine kann in Freiheit leben und Raoul muss sterben. In einem Terzett macht sich jeder der drei Gedanken zu der entstandenen Situation. Schließlich fordert das Phantom Christine auf, sich zu entscheiden. Christine entschließt sich in einem Anflug von Mitleid, das Phantom zu umarmen und küsst es auf den Mund („Pititful creature of darkness, what kind of life have you known...? God give me the courage to show you, you are not alone...“). Die Verfolger kommen näher. Das Phantom weist Raoul an, zu verschwinden und Christine mitzunehmen. Man hört, wie Christine und Raoul sich zur Melodie von „All I ask of you“ entfernen und das Phantom sieht ihnen mit dem veränderten Zitat nach: „You alone can make my songs take flight – it’s over now, the music of the night“. Es setzt sich auf den Thron und als die Verfolger ankommen, verschwindet es unter seinem Mantel. Meg Giry erreicht den Thron und nimmt die zurückgebliebene Maske mit der Hand auf.

Unterschiede in den Inszenierungen
Abgesehen von der ungarischen und polnischen Version, die komplett eigene Sets haben, sind in Bezug auf Dramaturgie und Sets alle internationalen Versionen sehr ähnlich. Dennoch gibt es Unterschiede. So ist die Londoner Fassung die einzige Inszenierung, bei der in der Szene auf dem Friedhof, als Christine das Phantom für ihren Vater hält, ein Terzett gesungen (Phantom, Christine, und Raoul) wird (Dies wurde in die ungarische Version übernommen). In allen anderen Fassungen ist Raoul an dieser Stelle noch nicht auf der Bühne. Es findet nur ein Duett zwischen dem Phantom und Christine statt.

Der Kronleuchter stürzt, je nach den Gegebenheiten des Zuschauerraums, in unterschiedlichen Bahnen und Geschwindigkeiten herab. In London rutscht er langsam herunter, während er sich in den deutschen Versionen sehr schnell zu Boden bewegt. Der Leuchter der ersten australischen Produktion hatte eine Fallgeschwindigkeit von ca. 160 km/h und ist damit der schnellste weltweit.

Änderungen in der Verfilmung
In der Filmversion wurden einige Änderungen vorgenommen. So stürzt der Kronleuchter nicht am Ende des ersten Aktes, also nach "All I ask of you (Reprise)" ab, sondern fast am Ende des Films, nach "Point of no return". Außerdem wurden im Film einige Szenen der Bühnenfassung weggelassen bzw. verschoben. Als Beispiel sind die Proben zu Don Juan zu nennen oder "Notes 2", woraus einige Passagen an anderen Stellen wiederzufinden sind. Dafür wurden im Film neue Szenen eingearbeitet, wie der Schwertkampf zwischen Raoul und dem Phantom auf dem Friedhof. Auch inhaltlich sind geringfügige Diskrepanzen auszumachen. So wird auf der Bühne nicht gesagt, dass Madame Giry das Phantom in die Oper bringt, wie es im Film gezeigt wird. Auf der Bühne berichtet sie Raoul lediglich davon, dass sie vor langer Zeit auf einem Jahrmarkt einen entstellten Mann, der jedoch ein Genie sei, in einem Käfig gesehen habe. Eines Tages sei der geflohen und die Welt hielt ihn für tot, sie aber könne ihn nicht vergessen und behauptet ihn im Dunkeln der Oper wiedergesehen zu haben. Darüber hinaus sind die Charaktere für das Kinopublikum etwas anders konzipiert als die der Bühnenversion. Der auffälligste Unterschied besteht in der "Verjüngungskur", die die Hauptrollen im Film erhalten haben, während Christine auf der Bühne beispielsweise wie auch im Roman 21 Jahre alt ist, soll sie im Film erst 16 sein.

Quelle: wikipedia.de

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